Guten Morgen,

ich grüße alle Kaffeeliebhaber:innen, die in den frühen Morgenstunden, noch bevor der Alltag beginnt, um sich zu greifen den Moment der Ruhe…die freie Sicht auf alles, was kommen mag, auch auf das, was gewesen ist, genießen …
und zwar bei einer Tasse Kaffee, heiß und duftend…
Ich gestehe, ich bin keine passionierte Frühaufsteherin mit glänzender Laune. Mein persönlicher Freiraum in den Morgenstunden wächst mit den Jahren – ebenso die Zeit, die ich dafür brauche. Je älter ich werde, desto mehr Zeit verlangen mein Geist und mein Körper für den Weg zwischen Aufwachen und dem ersten klaren Gedanken. Der kommt meistens mit der ersten Tasse Kaffee vorbei. Kaffee ist daher seit meinem 14. Lebensjahr mein täglicher Lebensbeschleuniger….ziemlich genau 37 Jahre. 🙂
Folglich führt mein erster Weg am Morgen zu meiner Kaffeemaschine- gottlob steht sie in einer gut zu merkenden Ecke meiner Küche- so finde ich notfalls auch blind dorthin. Das ist wahrlich essentiell, denn meine Augen bekomme ich kurz nach dem Aufstehen nicht sehr weit auf. Nach dem Gerumpel meines Vollautomaten halte ich dann meinen Morgenstarter in der Hand, mit dem es mich ritualaffin auf meine Terrasse mit Aussicht verschlägt. Ich lebe auf dem Land und mit dem Glück einen unverbauten Blick zu haben, so beobachte ich, je nach Jahreszeit die Vögel und nehme den ersten Schluck dieses herrlichen Gebräus namens Kaffee.
Zuerst blicke ich etwas vor mich hin, doch schon bald gesellen sich meine Gedanken zu mir. Mein Geist erwacht und streift mal den vergangenen Tag, mal den vor mir liegenden, mal weiter zurückliegende oder vor mir liegende Ereignisse, es reihen sich Fragen und Überlegungen in die Schlange, um von mir bedacht zu werden. Es entwickeln sich Spiele zwischen meinen Gedanken und dank meiner Erfahrungen, Gegebenheiten, meiner Neugier auf Zusammenhänge, Hintergründe und meinem Hang dem mit etwas philosophischen Gespür nachzugehen….mit Humor und Tiefgang entwickeln sich meine ganz persönlichen Erkenntnisse. Keines ist dabei in Stein gemeißelt, so kann ein weiteres Überdenken- auch zu späterer Stunde, auch Tage später…oder noch später- nochmal alles auf den Kopf stellen. Oft erstaune ich über Themen, Fragen, Überlegungen, die direkt aus meinem Kopf aufs Papier fallen. Ich notiere dann Stichpunkte in mein Büchlein, um sie später aufzugreifen, denn kein Morgen ist so lang wie meine Gedankenspiele.
Doch dort beginnt es – am Morgen beim ersten Kaffee.
Durch das Schreiben bringe ich Ordnung in meine Gedankenspiele und oft entstehen dann persönliche Erkenntnisse, Fragen bleiben auch manchmal offen, manchmal gibt es für mich mehr als eine Antwort, manchmal finde ich sie erst später….oder auch nicht, doch dann habe ich mich unterschiedlichen Blickwinkeln geöffnet, was ich als sehr bereichernd empfinde.
Ich möchte euch, liebe Kaffeeliebhaber:innen und alle anderen interessierten Menschen mitnehmen, auf meine sehr persönlichen, philosophisch-koffeinhaltigen Gedankenwege mit ungewissem Ausgang. Ich freue mich, euch inspirierende Denkanstösse zu liefern, ein Lächeln auf euer Gesicht zu zaubern, ein zustimmendes Nicken zu erhalten, ein Nachdenken anzuregen oder ein ungläubiges Augenbrauen hochziehen zu erreichen.
Ich freue mich, wenn ihr mich und meine Gedankenspiele zwischen Kaffee und Erkenntnis begleitet.
Herzlichst
Eure Bine